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Samstag, 8. Juli 2017

Orca Brau Kirschenwäldchen.

Das "Kirschenwäldchen" aus der Orca Brau in Nürnberg ist eine Gose, gelagert auf Kirschbaumholz-Chips. Gebraut wurde es u.a. mit Sauermalz, Salz und Koriandersamen. Hopfen: Hersbrucker, Saphir und Perle.

Die trübe, rötlich-goldne Gose schmeckt leicht säuerlich - für eine Gose könnte sie sogar etwas saurer sein -, salzig und fein eingebunden nach Kirsche. Wenig Restsüße, sehr gut ausbalanciert und erfrischend.

Die Orca Brau wurde im letzten Jahr von Felix Vom Endt eigenhändig aufgebaut und Anfang 2017 offiziell gegründet. Mehr darüber: "Neue Heimat" von Nina Anika Klotz, in: Hopfenhelden.

Wie kommt man als Brauerei an so etwas wie Kirschenholz-Chips? Die Firma Wilhelm Eder in Bad Dürkheim (Pfalz) hat sich auf Holz für Brauer und Winzer spezialisiert. Die Chips werden aus Kirschbaum granuliert und ermöglichen die Extraktion der typischen Kirschstilistik. Die Chips werden z.B. in Infusion Nylon Tubes dem alkoholischen Getränk hinzugefügt. Die Farb-, Geruchs- und Geschmacksstoffen, die im Holz enthalten sind bzw. bei dem Toasting des Holzes gebildet wurden, werden dann vom Alkohol extrahiert. Üblicherweise läßt man die Holzchips 14 Tage bis 6 Monate in Kontakt mit dem Alkohol.

Was noch zu klären wäre: Was ist eine Gose? Dieser alte deutsche Bierstil hat seine Heimat im Harz. Der Name erinnert an den Fluß Gose in der Stadt Goslar. Gose werden obergärig gebraut. Sie sind mehr oder weniger säuerlich und salzig. Historisch wurden sie mit Weizen und Hafer gebraut und mit Koriander und Salz gewürzt. Im 18. Jahrhundert wurde Gose auch in Leipzig populär. Im Zuge der Craft-Bier-Bewegung wurde dieser Bierstil im Ausland wieder entdeckt. Häufig wird Gose, ähnlich wie das belgische Geuze, mit Früchten oder Fruchtsaft aromatisiert, z.B. mit Aprikosen, Blutorangen, Himbeeren oder Pfirsichen.

Genießen Sie das "Orca Brau Kirschenwäldchen" ab sofort im Café Abseits aus der Flasche.