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Donnerstag, 11. November 2010

Bayerischer Bierorden 2010 fuer Ingmar Michel.

Auf der Brau Beviale wurde unter anderen dem Bamberger Ingmar Michel, Inhaber der Mahrsbräu, der Bayerische Bierorden 2010 verliehen. Die Laudatio von Gerhard Ilgenfitz, Landwehr-Bräu Reichelshofen, Steinsfeld, und Präsident des Verbandes Private Brauereien Bayern e.V.:

"Mahrsianer, Bierkutsche, Motörhead - diese Stichworte geben auf den ersten Blick keinen wirklichen Sinn. Und doch, sie haben eine Schnittmenge. Interessanterweise liegt sie Mitten in einer fränkischen Privatbrauerei, die vor allem eins ist: authentisch, wie ihr Inhaber - der Vorzeigebrauer par Excellenze Ingmar Michel.

Ingmar Michel vorzustellen, hieße Bier nach Bamberg zu tragen. Der Eigentümer der Mahrsbräu weiß wie kaum ein zweiter, die regionale Verankerung von Brauereien mit Leben zu erfüllen. Seine Biere, seine Brauereifeste, seine Bockbieranstiche, seine Bierkutschenfahrten und nicht zuletzt seine Brauereigaststätte sind legendär.

Der "Mahrs" vereint so ein illusteres Publikum - vom Arzt bis zum Arbeiter, vom Studenten bis zum Stehgammler, vom Single bis zu Fan-Stammtischen wie den "Mahr's Bräu Sisters" oder den international aufgestellten "Mahrsianern" mit eigener Clubjacke. Selbst der legendäre Frontmann der Hardrock-Gruppe Motörhead - Lemmy Kilmister - schwört auf Ihre Bierspezialitäten, Herr Michel. Und, meine Damen und Herren, Herr Lemmy weiß aus langwierigen Verkostungsstudien genau, was einzigartige Qualität bedeutet. Die Bierqualität, meine Damen und Herren, ist aber nur ein Geheimnis dieser "Völker- und Ständeverbrüderung." Ein zweites ist sicherlich die Kommunikationsstrategie. Das ungespundete Mahrs Bier heißt in Bamberg nämlich nur U. Es reichen zum Bestellen folglich exakt zwei Buchstaben: "A U" oder einfach "Au" - globaler geht es nicht.

Sie, Herr Michel, studierten nach dem Erlernen eines, wie Sie sagen, fundierten Handwerks zuerst Elektrotechnik. Aufgrund der Erkrankung Ihres Vaters halfen Sie ab 1973 im elterlichen Betrieb mit, parallel dazu absolvierten Sie eine Ausbildung an der Abendschule zum Betriebsfachwirt. 1988 übernahmen Sie dann die Geschäfte der Brauerei komplett. Sie, Herr Michel, verstehen sich seither als Brauer zwischen Tradition und Moderne - diese Mischung halten Sie sogar für entscheidend. Genauso wie Kreativität: Des Öfteren bringen Sie neue Biersorten auf den Markt, die bewusst kurzlebig sind. Beispiele wären das "Weltkulturerbe- Bier" oder der "Schwarze Peter", der speziell für die CSU gebraut wurde. Wovon Sie aber bei dieser Kreativität nie abwichen, ist das Bayerische Reinheitsgebot. Sie beweisen einmal mehr, dass das Reinheitsgebot kein Hemmschuh für Bierspezialitäten ist - man muss es halt können.

Aber, meine Damen und Herren, Ingmar Michel ist nicht nur als Brauereibesitzer höchst aktiv, sondern er ist auch der Motor der Bamberger Brauereien.

Dank Ihrer Arbeit, Herr Michel, hat sich die Verbindung der Bamberger Brauereien untereinander sehr gefestigt. Jeder hat erkannt, dass nicht die Hektos des Nachbarn das Ziel aller Bestrebungen sind. Sondern dass es vielmehr darum geht, die traditionelle, lokal gewachsene Bierkultur gegen die Fernsehbiere zu verteidigen und dabei neue Konsumenten, treue Bambergianer zu gewinnen.

Seit einigen Jahren präsentieren die Bamberger Brauereien diese Geschlossenheit am "Tag des Bieres" durch ein gemeinschaftliches Bierfest im Zentrum der Stadt Bamberg - wo ausschließlich die Inhaber der Bamberger Brauerein am Zapfhahn stehen. Der gesamte Erlös dieser gut besuchten Veranstaltung kommt immer einem karitativen Zweck zu.

Das ist aber noch lange nicht alles: Es gibt einen vierteljährlichen Brauer-Stammtisch und einen alljährlich stattfindenden Brauer- Ausflug mit dem Kaltblutgespann der Mahr's Brauerei ins Bamberger Umland. Zu dieser Spazierfahrt werden auch Bamberger Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur eingeladen, die sich im Besonderen um das Kulturgut Bier verdient gemacht haben. Apropos verdient gemacht:

Es ist Ihr ausdrücklicher Wunsch, den Bierorden stellvertretend für alle neun Bamberger Brauereien entgegenzunehmen. Der Grund ist so ehren- wie erwähnenswert:
"Jede einzelne Brauerei hier in Bamberg kümmert sich auf ihre ganz spezielle Weise um unser Kulturgut Bier, ist auf die fränkische Biervielfalt bedacht und pflegt die fränkische Wirtshauskultur vorbildlich. Also haben allen den Bayerischen Bierorden verdient."
In diesem Sinne: Meinen ganz herzlichen Glückwunsch an Sie, Herr Michel, und die Bamberger Brauereien zum Bayerischen Bierorden 2010."

(Quelle: Pressemitteilung der NürnbergMesse).