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Dienstag, 26. August 2008

Steinbier Original.

Zur Herstellung von Steinbier wird die Maische, auch Würze, vermittels heißer Steine erhitzt. Nach dem Abkühlen kommen die Steine, an denen die Zuckerstoffe der Maische karamellisiert sind, zusammen mit dem Sud in den Gärbottich. Dort wird der an den Steinen karamellisierte Zucker wieder gelöst und anschließend vergoren. Der karamellisierte Zucker führt zu einem malzig-runden Geschmack, der sich gut mit der zart-bitteren Hopfennote des Steinbiers paart.

In Zeiten, bevor es feste Metallgefäße und Sudpfannen gab, waren glühende Steine die einzige Möglichkeit, größere Flüssigkeitsmengen zu erhitzen. Insbesondere in Skandinavien, im Baltikum, aber auch in Franken machten sich die Braumeister diese Möglichkeit zu Nutze. Noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts braute man in Kärnten und der Steiermark nach diesem Verfahren.

Seit 2007 braut das Familien-Brauhaus Leikeim aus Altenkunstadt als eine von wenigen europäischen Brauereien wieder Steinbier. Es hat einen Alkhoholgehalt von 5,8% vol. und wird nicht filtriert, bevor es in Bügelverschlußflaschen abgefüllt wird.

Auf Empfehlung von Johannes Schulters, dem Vorsitzenden des Fränkischen Brauereimuseums in Bamberg, stellen wir dieses Bier im September im Café Abseits vor. Es wird gut gekühlt in einem Steinkrug serviert.

Die Angaben zur Geschichte des Steinbiers und zum Herstellverfahren in Altenkunstadt habe ich dem Beitrag "Bier aus Feuer und Stein" in den FBM News, Ausgabe 2/08, entnommen, dem offiziellen Bierorgan des Fränkischen Brauereimuseums e.V.

Wie das Steinbier im Brauhaus Altenkunstadt gebraut wird, zeigt ein Film des Bayerischen Rundfunks: Steinbier und Kirschmännla vom 3. März 2012.