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Freitag, 20. Februar 2004

Brauerei des Monats Maerz 2004: Klosterbrauerei Weissenohe.

Kloster WeissenoheIm März schenken wir drei Biere der Klosterbrauerei Weissenohe aus. Siehe unsere Bierkarte (PDF) für März 2004.

Das oberfränkische Benediktinerkloster Weissenohe, am Fuße des Mönchsbergs zwischen Gräfenberg und Eckental gelegen, wurde 1050 gestiftet. Nach der Säkularisation gelangte es 1827 in den Besitz des Braumeister Friedrich Kraus. Heute wird die Familienbrauerei in der fünften Generation von Urban Winkler und seiner Frau geführt, tatkräftig unterstützt von 13 Mitarbeitern.

Wir haben uns gestern persönlich vor Ort sechs Stunden lang von der besonderen Qualität der Biere überzeugt und uns vor dem Testen von sieben Sorten (ohne das Weißbier, das in einer befreundeten Brauerei gebraut wird) vom Braumeister sein Reich zeigen lassen. Seit vielen Jahren habe ich endlich mal in einer größeren Brauerei (ca. 20.000 Hektoliter pro Jahr) wieder eine offene Gärung gesehen! Entschieden haben wir uns für folgende drei Biere:
  • Weissenoher Altfränkisch, das es vom Faß geben wird, ist ein vollmundiges, klassisch fränkisches Bier, das durch seine Bernsteinfarbe und dem Stammwürzegehalt von 12,3% die klösterliche Brautradition des ehemaligen Benediktinerklosters bis in die heutige Zeit fortsetzt. Ein vollmundiges Bier mit angenehmer Rezens.
  • Der Weissenoher Kloster-Sud ist ein Spezialbier, ein bernsteinfarbenes, feinwürziges, malzbetontes Meisterstück mit 5,2% vol. alc.
  • Weissenoher Classic ist gebraut wie ein Klosterbier sein soll. Kräftig, mit Körper und Aroma, bernsteinfarben und spritzig präsentiert es sich als eine einmalige Bio – Bierspezialität aus Oberfranken. Nur beste Biolandmalze, Bioland Aromahopfen und ein hervorragendes Wasser dürfen zum Brauen verwendet werden. Alle Zutaten werden in unmittelbarer Nähe angebaut. Selbst in der Brauerei werden über das Reinheitsgebot hinausgehende Anforderungen an die Qualität der Rohstoffe, das handwerkliche Brauverfahren und die Naturbelassenheit des Bieres gestellt.
Sehr gut geschmeckt hat mir auch das "Weissenoher Export Dunkel", das sehr aufwendig dreifach gemaischt wird und seine sehr dunkle Farbe deshalb nicht wie viele dunkle Biere anderer Brauereien dem Zusatz von Farbmalz verdankt. Vielleicht sollte man es besser neudeutsch als "Schwarzbier" bezeichnen. Die Bezeichnung "Export" ist in den 60er Jahren extensiv mißbraucht worden (ähnlich wie in den 80er Jahren der Begriff "Premium") und hat damit seine ursprüngliche Bedeutung im Sinne von "für den Export geeignet, besonders gut", wie er von der "Exportbierbrauerei Radeberger" vor dem Ersten Weltkrieg eingeführt worden ist, verloren. Andererseits ist es eine traditionelle Bezeichnung für ein Bier mit einer überdurchschnittlich hohem Stammwürzegehalt (in diesem Fall 12,6%) und man legt in der Klosterbrauerei Weissenohe, dem Standort und seiner Geschichte angemessen, Wert auf Tradition, Wahrheit und Klarheit, sowohl der Zutaten, aber auch beim Brauverfahren und bei der Bezeichnung der Biere. Ich glaube, im nächsten Jahr, werden wir das Weissenoher Dunkel einmal vom Faß ausschenken...